St. Laurentius
Bernau am Chiemsee

Die Kirche St. Laurentius in Bernau wurde im Jahr 1408 erstmals urkundlich genannt. Sicher aber reicht ihre Geschichte in viel frühere Zeit zurück. Das Laurenzi-Patrozinium in Verbindung mit dem Alter der Siedlung weist auf einen Ursprung in spätrömischer Zeit hin. St. Laurentius war seit dem 12. Jh. eine Filialkirche von Prien und später von Niederaschau. Die Seelsorge versahen u.a. Chorherren des Klosters Herrenchiemsee und da-mit war Bernau ebenfalls zum bayrischen Teil der Erzdiözese Salzburg gehörig.

Nach der Säkularisation wurde die Expositur im Jahre 1806 zur eigenständigen Pfarrei erhoben und die Seelenzahl wuchs durch die Neuorganisation von 478 auf 749. Als erster Pfarrer konnte der ehe-malige Chorherr Benno Hengeler 1807 im Auftrag des Bischofs von Chiemsee eingeführt werden.

Die damalige Kirche stammte aus spätgotischer Zeit. Ihr Erbauungsjahr ist nicht überliefert. Weil sie für die Pfarrgemeinde zu klein war, wurde 1926 eine neue Kirche, die jetzige, nach Entwürfen des Münchner Architekten Franz Xaver Huf erbaut.

Bis 2014 wirkten 15 Pfarrer in Bernau, ab 2016 wurde die Pfarrei Teil des neugegründeten Pfarrverbandes Westliches Chiemseeufer.

Ein Gang durch die Kirche heute.
Die Kirche ist ein Saalbau mit Satteldach und hat einen Spitzhelm auf dem Westturm. Eine tonnen-gewölbte Holzdecke begrenzt das Langhaus und ist durch einen rundbogigen Triumphbogen vom schmäleren Chor getrennt. Der Chor mit 3/8-Schluss hat ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Das Deckengemälde zeigt symbolisch im Jugendstil die Dreieinigkeit Gottes. Eine Gedenkplatte im Mittelgang der Kirche markiert den Standort des früheren Hochaltars.
Im Zuge der liturgischen Reformen wurde der Chorraum 1968 von Bildhauer Matthäus Bayer aus München umgestaltet, wobei ein neugotischer Hochaltaraufbau entfernt wurde. Der freistehende Altartisch wurde am 24. März 1968 ge-weiht. In der roten Marmorplatte aus dem frühen 15. Jh. sind die Reliquien einschlossen.

Der Tabernakel mit dem eucharistischen Christus nimmt den zentralen Platz ein: „Ich bin mitten unter euch“. Fünf Amethyste weisen auf die Wundmale Jesu hin, zwölf kleinere Steine auf die Apostel und die Stämme Israels.
Die Kreuzigungsgruppe (Christus, Maria, Johan-nes) und das Gott-Vater-Relief am Rund-bogen schuf im Jahre 1849 der Bildhauer Joh. Nep. Petz. Auch die Figuren des Patrons Hl. Laurentius (links) und des Hl. Donatus (rechts) stammen von ihm.