St. Jakobus
Bad Endorf
Die Kirche zu Endorf ist schon in der Urkunde von 924 erwähnt. Als Filiale der dem Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee inkorporierten Pfarrei Eggstätt wurde Endorf nach der Säkularisation 1806 selbständige Pfarrei.
Baugeschichte. Wie wir einem alten Votivbild (im Pfarrhof) entnehmen können, war die frühere Endorfer Kirche ein spätgotischer Bau wohl Mitte des 15. Jh. 1763 schuf der Burghauser Bildhauer Johann Georg Lindt drei Altäre im feinsten Rokokostil. Wegen der wachsenden Bevölkerungszahl wurde in der 1. Hälfte des 19. Jh. das Gotteshaus als zu klein empfunden, sodaß man eine Erweiterung oder an einen Neubau dachte. Albert Lucas von der Civilbauinspektion Reichenhall legte Alternativpläne vor, so eine verkleinerte Ausführung nach dem Modell der Basilika St. Bonifaz-München. 1849 entschied man sich für dessen einfachste Plangestaltung, eine neuromanische Kirche unter Beibehaltung des Turmes (Unterbau mit gotischem Gewölbe, barocker Überbau nach Blitzschlag 1716 aufgeführt), die 1855/56 von Maurermeister Joseph Lenbach (Schrobenhausen; Vater des bekannten Münchner Malers Franz von Lenbach) und Zimmermeister Franz Ambos (Rosenheim) ausgeführt wurde (Grundsteinlegung 29. 5. 1855, Hebefeier 10. 4. 1856, Konsekration 22. 9. 1857 durch Erzbischof Gregor von Scherr). Der Bauplatz wurde so gewählt, daß sich die frühere Kirche noch nördlich am Turm befand, während gleichzeitig die neue Kirche südlich am Turm gebaut werden konnte (Abbruch der alten Kirche 1858). Im Stil der Neuromanik besorgte 1857 Architekt Georg Schneider (München) die Einrichtung und Georg Fleischmann (München) die Ausmalung.
Baubeschreibung
Die im zurückhaltenden neuromanischen Stil gestaltete Kirche wirkt mit ihrem Barockturm fast noch dem 18. Jh. zugehörig. 1964 wurde sie im Zug der Bestrebungen des II. Vatikanums im Innern durchgreifend umgestaltet. Nach Plänen von Architekt Michael Steinbrecher (München) wurden die Altäre und der Chorbogen beseitigt und eine neue Holzdecke durch Bloßlegung der Unterzugbalken des Dachstuhls (statt der 1884 eingezogenen, bemalten Kassettendecke) geschaffen.
Der groß wirkende Kirchenraum erstreckt sich über ein fünfjochiges Langhaus mit stark eingezogenem, halbrund geschlossenem Chor. Die liturgischen Orte (zwei Altarmensen, Tabernakel, Taufstein in der Mitte der Kirche und Apostelleuchter) stammen vom Rosenheimer Bildhauer Josef Hamberger (1964), der Ambo von Hans Richter (Berchtesgaden). Erneuert ist auch das Gestühl. Aus der Zeit des Kirchenbaues stammen noch die Türen sowie die beiden Emporen (Schreiner Georg Röthlein, Endorf). Die Orgel von Max Maerz, München 1857 (Spielwerk Willibald Siemann, München 1915) wurde 1990 von der neuen Orgel der Firma Hubert Sandtner, Dillingen (II/16) abgelöst.
